Donnerstag, August 30, 2007

Geschafft...!

Wie einige bereits vernommen oder gar mitverfolgt haben:

El Patrone hat es geschafft!!!
In sagenhaften 66 Stunden und 22 Minuten!

Und das bei wahrlich nicht einfachen Bedingungen, wie 900km Alleinfahrt, Starkregen am Dienstag, auch nachts, mentale und körperliche Tiefpunkte, aber er hat es geschafft.

Viele andere leider nicht, sehr viele.

Die Ausfallquote war wegen der Wetterbedinungen extrem hoch. Insgesamt 1700 Randonneure gaben ihre Stempelkarten an den Kontrollstellen ab. Zu leicht ist es für die, die ein Begleitfahrzeug haben, dort einzusteigen. Andere überlegen sich besonders gut, ob sie aufgeben sollen. Einen Besenwagen gibt es nicht. Da muss sich jeder selbst kümmern. Die Zugstrecke liegt meist ca. 80km entfernt. Es gab sicherlich viele Tränen beim diesjährigen Paris-Brest-Paris, Tränen die einfach nicht zurückgehalten werden konnten, wenn ein großer Traum platzte. Schließlich gibt es nur alle 4 Jahren die Chance, die Vorbereitung dauert das ganze Jahr, die Qualifizierungen, das erforderliche Attest vom Arzt für eine Teilnahme, das Zittern, ob man bei der Anmeldung alles korrekt beigefügt hat und das Warten auf seine Startnummer, die Fahrt nach Paris... das geplante Radrennen wurde für viele doch zur Stadtbesichtigung von Paris. Und für manchen war der Traum schon sehr schnell vorbei. Ingo z. B. riss bei km25 der Schaltzug. Der Versuch, mit dem kleinen Kettenblatt an irgendwelchen Gruppen dranbleiben zu wollen erwies sich schnell als schmerzlicher Fehler. Die Knie machten ihm klar, dass es so nicht funktioniert, aber da war es auch schon zu spät, um sich auf eine andere Lösung einzustellen.
Oder Manfred, bei der Busfahrt nach Paris war er aufgekratzt ohne Ende. Er hatte ein eigens entworfenes T-Shirt für P-B-P an, aber er redete auch viel vom RAAM. Bei km400 war für ihn Schluss. Knieschmerzen - er hatte vorher nie welche. Bei der Rückfahrt war Manfred traurig still.

Ein zweiter Manfred musste bei km1050 passen. Besonders tragisch, denn hätte er eine Halskrause zur Hand gehabt, wäre er das Rennen zu Ende gefahren. Er konnte einfach seinen Kopf nicht mehr heben, das erste Mal seit er Langstrecken fuhr. Solche Kandidaten gab es übrigens viele. Etwa ein Fünftel kam mit wilden Konstruktionen ins Ziel, die das Kopfheben "erleichterten".
El Patrone machte mental wie körperlich wie viele andere auch alles durch...

Aber fangen wir von vorne an :-)

Samstag, 18.8.
Um nach Paris zu gelangen, hatten wir uns bei einer Mitfahrgelegenheit in einem Reisebus eingebucht. Wir wurden in Ansbach aufgelesen. Dort lernten wir auch Ingo und noch einen "Harten" kennen. Der kam aus dem 100km entfernten Geroldshofen angeradelt und hatte die verbliebene Zeit am Autohof übernachtet. Zum besseren Verständnis: Er ist bereits am Abend vorher um 19 Uhr mit 20Kilo-Rucksack inklusive Campingausrüstung von dort gestartet...!
Nachdem man sich miteinander bekannt gemacht hatte war die erste Frage von Ingo: Was habt ihr denn dabei? Der "Harte" sagte, er hätte Guarana dabei. Zitat: "Mit Guarana geht man so richtig ab, wenn man müde ist!" Ingo meinte er hätte Koffeintabletten dabei. Jürgen traute seinen Ohren nicht. Was ist denn hier los? (Dr. Fuentes? ;-) Er hatte natürlich nichts dabei - nicht mal eine Aspirintablette.
Der Bus kam mit einer halben Stunde Verspätung. Die Räder wurden in dem dafür vorgesehen Anhänger verstaut und los gings. Es war ein wildes, aufgeregtes Geplapper im Bus, dabei lag die Frauenquote bei unter 5%! ;-)


Elisabeth fuhr zum 2. Mal bei P-B-P mit und eine andere Frau begleitete samt Kinder ihren Gatten. Ich hatte eigentlich gehofft, Anschluss an Frauen zu bekommen, die sich Paris anschauen wollten. Das wilde Geplapper war eine Mischung aus Tech-Talk, P-B-P-Geschichten, Erzählungen von Brevets und natürlich irgendwelchen Sprüchen, wie z. B. Manfred über das Streckenprofil von P-B-P machte: Es sehe aus wie ein Lügendetektor-Ausdruck von Tyler Hamilton. :-) Es war auf jeden Fall lustig und schön unter Gleichgesinnten zu sein. Karl Meixensberger, der die Busfahrt zum zweiten Mal organisierte, kam auf El Patrone zu: "Jürgen, Du warst der erste, der sich angemeldet hat, drum komm ich zu Dir als erstes..." Jürgen grinste. "Ihr seid's im Etap-Hotel untergebracht, wie einige andere auch, für Frühstück ist gesorgt..." meinte Karl mit seinem sympathischen oberpfälzischen Dialekt. Wie schön, dass sich jemand um alles gekümmert hat!
Gegen 19:30 fuhren wir auf dem Weg zum Hotel am Start-Ziel-Gelände vorbei, was viel Herzen schneller schlagen ließ. Wir waren müde, gingen mit 5 anderen Randonneuren aus dem Hotel zum Essen und fielen anschließend ins Koma... Es war eine harte Woche für uns beide. Ich war überarbeitet, Jürgen bereits ein Nervenbündel...

Sonntag, 19.8.
Wir waren die letzten beim Frühstück, aber wir blieben Dank Geselligkeit alle bis zum Schluss sitzen. Auf einmal begrüßte Karl ein weiteres deutsches Pärchen. Sie kannten sich vom letzten Mal und treffen sich jetzt hier zufällig im gleichen Hotel. Klaus war für die 90-Stunden-Gruppe gemeldet, das hieß Start am Montag um 21:30. Silvia war hier, um sich Paris anzusehen! Juhu, ich fragte sie gleich, ob ich mich ihr anschließen dürfte. Klar, alles roger - sowie unsere Jungs auf der Strecke sind, geht's los :-)
Nach dem Frühstück liefen Schneemann und Schneeflocke zum Start-Ziel-Gelände. El Patrone stöhnte beim Eintreffen. Er sei auf einmal so aufgeregt, wenn er das alles hier sieht und er kriegt Bauchschmerzen. Hm, da half weder Mut zusprechen noch sonstige Ablenkungsmanöver. El Patrone war ab sofort zu nichts mehr zu gebrauchen. Es war auch für mich sehr beeindruckend. Ein großes Banner wies auf das Ereignis hin. Viele Stände, von Warnwesten, über Pülverchen bis Lichter wurde hier alles verkauft.
Ländergruppen rotteten sich zum Fototermin zusammen und so war auf einmal alles voller Japaner in Radbekleidung. Einer hielt die japanische Flagge hoch. Es waren auch einige ältere Japanerinnen unter ihnen. Ich war mehr als beeindruckt, ja richtig ergriffen. Wir liefen weiter zum Sportplatz. Dort bot sich uns eine Räderschau sondergleichen - von der Rennmaschine, über "Dreiräder", Liegerädern in verschiedensten Ausführungen mit und ohne Verkleidung, Tandems, Tridems,... Ich fotografierte ganz aufgeregt die wildesten Konstruktionen.
In der Sporthalle selbst war die Hölle los. Hier wurden die Startunterlagen abgeholt. Die Stimmung war faszinierend. Ich kämpfte mehr oder weniger erfolgreich mit den Tränen. Ich war einfach überwältigt. Wir schauten uns die einzelnen Stände an, die Leute und deren Ländertrikots, es roch vielerorts nach Schweiß und ich hoffte, dass das mein Magen am Morgen gut vertrug. Viele waren mit dem Rad hier her gefahren.

Der Veranstalter hatte an der Tribüne alle Flaggen der Länder aufgehängt, die teilnehmen. Ich sah sogar Randonneure mit Puerto Rico Trikot, die sich mit Spaniern unterhielten. Wo die wohl ihre Brevets absolviert hatten?














Wir liefen wieder zurück zum Hotel. Jürgen war die Nervosität sichtlich anzusehen. Im Hotel angekommen, fing er an, seine Taschen am Rad zu befestigen und dessen Inhalt gut überlegt zu füllen. Er zog sich seine Radklamotten an und wählte natürlich das Deutschland-Trikot. So war er für andere Deutsche leichter erkennbar. In die Lenkertasche kamen 15 Powerbars, 5 Gels, Ersatzlampe, Taschentücher, 2 Radbrillen + Kontaktlinsenzubehör; in die vergrößerte Satteltasche das Werkzeug und Ersatzschläuche, Öl, warme Kleidung und Regenjacke. Er hob das Rad hoch und war alles andere als begeistert. Aber wenn die Powerbars aufgegessen sind, wird es leichter :-)

Fertig gepackt fuhren wir diesmal mit den Rädern zum Start-Ziel-Gelände. Er bekam seine Startunterlagen und das P-B-P-2007-Trikot.





Die Radabnahme/Kontrolle sollte erst am nächsten Tag vor dem Start erfolgen. Um 17 Uhr war Fototermin für die Deutschen. Da es über 300 Starter waren, musste man auf den gegenüberliegenden Kreisverkehr ausweichen. Dort versagte unsere Kamera :-(


Abends beim Essen fragte ich in die Männerrunde, ob irgendjemand einen Fotoapparat dabei hatte, welchen er nicht mit auf die Strecke nimmt. Ja! Horst lieh mir seinen! Ich war erleichtert. Bei Horst fällt mir ein... ich sollte was zu den ganzen Typen sagen...

Horst, 52 Jahre, erzählte, dass er bei P-B-P 2003 auf den ersten 300km einen 38er Schnitt hatte! Jürgen sah mich mit offenem Mund an... Zu Hause, fügte er hinzu, versucht er ab und an 200km mit einem 40er Schnitt zu fahren. Wir waren so fassungslos, dass wir vergaßen zu fragen, ob er es jemals geschafft hatte.
Ingo, 42 Jahre, war ein richtiges Greenhorn. Es war erst sein drittes aktives Rennrad-Jahr und traute sich an so etwas ran. Ich nannte das augenzwinkernd "respektlos". Auch Bernd, mit 27 Jahren weit vom 49-Jahre-Teilnahmedurchschnittsalter entfernt, hatte mit 3 Jahren Raderfahrung den gleichen Entschluss gefasst, es bereits dieses Jahr anzugehen.

Karl, 52 Jahre, aber wie 42 Jahre aussehend, nahm zum zweiten Mal teil und wünschte sich eine 60er Zeit.

Elisabeth kam mit ihren ca. 45 Jahren an den Altersdurchschnitt der Teilnehmerinnen ran. Was mich am meisten beeindruckte, war nicht sie, sondern ihr Rad, mit welchem sie die Strecke bewältigen wollte. Ein Eisenhaufen ohnegleichen, welches ich allenfalls als Stadtrad benutzen würde und auch nur dann, wenn ich die ganzen Plüschtiere vorher demontieren darf...;-) Hinzu kamen uralte lapprige Packtaschen, die sicherlich alles andere als wasserdicht waren.

Ich könnte an dieser Stelle endlos weitere Personen aufzählen, aber auch dieser Sonntag Abend hatte ein Ende. Es wird hier wesentlich später dunkel als in Deutschland. Schlafen konnten wir diese Nacht nicht mehr so gut.

Montag, 20.8.
Der Montag begann wieder mit einem ausgedehnten Frühstück, danach suchten wir nach einem Lebensmittelladen. Viele Läden hatten zu, weil deren Besitzer in Urlaub waren. Während der ganzen Zeit hatte ich nicht ein Stück Obst gesehen, keine Banane, nichts. In dem Vorort des Hotels hatten wir 2 geöffnete Lokale entdeckt, nicht mehr... Also marschierten wir ins Einkaufszentrum. Das war weiter als gedacht. Dafür gab es dann auch ALLES zu kaufen. Ich suchte aus und ließ El Patrone wiegen. Er war inzwischen einem Nervenzusammenbruch nahe. Lange konnte ich ihn hier nicht mehr festhalten. Ich musste mich beeilen. Wir liefen zurück und aßen bei dem soeben aus dem Urlaub zurückgekehrten Italiener um die Ecke des Hotels zu Mittag. Ich redete dem Schneemännchen immer wieder gut zu, aber nichts half, um seine Nervosität zu reduzieren. Aus dem Nachmittagsschläfchen wurde natürlich nichts, dabei wäre das bei dem 20 Uhr-Start so gut für ihn gewesen. Um 17:30 fielen wir nochmals beim Italiener ein. Jürgen hatte inzwischen unzählige Toilettenbesuche hinter sich. Er aß, obwohl er keinen Hunger hatte. Mich bat er, nichts Außergewöhnliches zum Essen zu bestellen, damit es schnell geht... Glücklicherweise kamen Karl mit ein paar anderen ebenfalls zum Essen und durch die Unterhaltung war er etwas abgelenkt. Auch Karl versicherte ihm eine gute Zeit, wenn er am Anfang nicht überzockte. Er meinte, er müsse sich langsam auf den Weg machen. Wir radelten zum Start. Am Tunneleingang wartete bereits eine riesige Radlertraube der 90-Stunden-Gruppe auf die Radabnahme und Einchecken. El Patrone wurde mit seiner Startnummer schnell durchgewunken - mich hielt man auf. Er bekam es nicht mit und so kämpfte ich mich am Tunnelausgang zu den Randonneuren hindurch. Aber an dem Tor zum Stadion ließ man mich abermals nicht durch. Ich wartete und hoffte, das er nochmal zurückkam, aber vergeblich. Er war einfach zu nervös und mit sich selbst beschäftigt. Die Ordner winkten alle 80-Stunden-Fahrer eilig durch. Ein Fotograf wollte genau wie ich in das Stadion. Seine Begründung war nicht plausibel genug. Ich sagte ihnen, dass ich mich nicht von meinem Mann verabschieden konnte und kämpfte mit den Tränen. Es half nichts. Sie zeigten auf den Kreisverkehr. Ich glaubte nicht daran, dass ich ihn am Start sehen würde und war todtraurig und konnte meine Traurigkeit letztendlich nicht mehr zurückhalten... Als ich mich damit abgefunden hatte, bewegte ich mich zum Start. Ich suchte mir ein Platz an einer Kurve. Es war aufregend und alles zog sich in die Länge wie Kaugummi. Dann der Startschuss um 20 Uhr für die ersten 500 Fahrer. Die Zuschauer jubelten. Ich suchte das Feld nach ihm ab, konnte ihn aber nicht entdecken. Auf einmal war Karl da und fragte, ob ich ihn gesehen hätte. Ich verneinte und erzählte ihm, dass wir uns nicht verabschieden konnten. Er meinte, ihn auch nicht gesehen zu haben und riet mir parallel zum Start zu laufen und dann zu suchen. Gute Idee! Karl half mir beim Suchen. Aber in der zweiten Startgruppe war er auch nicht. Ich resignierte. Wie viele Startgruppen gab es? Karl meinte 2. Aber nein! Eine dritte rollte ein. Ich suchte wieder das ganze Feld ab. Von vorne bis hinten. Ganz hinten am Rand entdeckte ich auf der gegenüberliegende Seite einen roten Helm. Ja, das war er! Ich hatte ihn gefunden! Karl rief ihm zu, dass wir rüber kommen. Es war ein Wiedersehen und Abschied zugleich. Wir waren beide froh, dass wir uns nochmal sehen konnten. Er meinte, die Ordner hätten ihn so schnell durchgewunken, so dass er dachte, er sei zu spät dran. Er war immer noch nervös. Die Radfahrer hatten alle ihre Lichter eingeschalten - ein tolles Bild. Der 3. Startschuss für die 80-Stunden-Gruppe fiel um 20:30 und die rote Lichterschlange zog davon. Ich war jetzt auch fertig mit meinen Nerven. Auf der gegenüberliegenden Seite entdecke ich Silvia. Ich ging zu ihr hinüber. Auch sie war angespannt und hatte die letzten Tage mit Klaus ähnliches durchgemacht, wie ich mit Jürgen. Um 21 Uhr starteten alle Sonderfahrräder, Tandems und dergleichen. Das war wieder interessant zu sehen, aber zu dunkel zum fotografieren. Um 21:30 startete die 90-Stunden-Gruppe und Silvia machte sich wie ich eine Stunde zuvor auf die Suche. Sie entdeckte Klaus ganz vorne in der ersten Reihe! Nach dem Startschuss kam sie wieder und wir verabredeten uns im Hotel, um dann auf den Schreck noch etwas gemeinsam trinken zu gehen. Aber um 22:00 hatte hier schon alles zu. Also zurück ins Hotel und direkt ins Bett. Für mich kam es ein wenig so vor, als wäre ich im Ziel ;-)

Das war jetzt mehr oder weniger meine P-B-P-Etappe.

Die eigentliche folgt... :-)
Schneeflocke

Freitag, August 17, 2007

Verfolgung

Hm, ich bin mir immer noch nicht sicher, was ich in Paris vorziehe.

Die Sehenswürdigkeiten oder die Faszination des ältesten Radrennens der Welt?

Eine Möglichkeit, irgendwo in einem Begleitfahrzeug mitzufahren, welches dann auch noch die gleiche Geschwindigkeit hat, wie El Patrone, wird schwierig abzuschätzen sein.

Ich werde sehen. Vielleicht lasse ich mich auch von der ein oder anderen weiblichen Begleitung zum Sightseeing animieren...

Ob ich permanenten Zugang zum Internet habe, wage ich zu bezweifeln.
Da könnt Ihr u. U. besser verfolgen, wie es El Patrone geht.


Links unten auf P-B-P klicken.
Im Menü "The Ride" müsste man ihn verfolgen können, wenn man die Startnummer eingibt.

Sein Traum ist eine Ankunft am Donnerstag Abend.

Schneeflocke

Wind und Wetter

werden eine große Rolle spielen...

Normalerweise sind wir ja Schön-Wetter-Fahrer, aber bei P-B-P kann man es sich eben nicht aussuchen. Und eins ist sicher. Es wird Regen geben. Den gibt es immer. Es sei denn es hat einen Sommer 2003. Und Wind... den gibt's an der Bretagne natürlich auch reichlich. Meistens in fieser Windstärke 3-4 mit mehr oder weniger nass, kleinen und großen Sonnenlücken...

Paris - Brest - Paris - Welche Wetterküche hältst Du bereit?

Hoffentlich keine

Schneeflocke(n) ;-)

Donnerstag, August 16, 2007

Motivation

Zu Beginn der Woche erreichte El Patrone ein "Motivationspaket" und P-B-P-Starterkit von einem guten Freund aus Bochum. Neben Knoppers für halb 10 in Deutschland, enthielt das Päckchen eine Menge Energie, aber auch was für die Plauze und ein geheimes Pülverchen! Außerdem wurde noch eine Motivationshymne für El Patrone geschrieben, in der sich der Autor auch der fränkischen Sprache versucht hat. Das möchte ich Euch nicht vorenthalten:


Ich bin's, der J. Unger
Sitz' i net auf'm Rad,
dann hab ich Hunger.

Gebt mir ein Brot und Schäufelein,
dann will ich nicht mehr lästig sein.

Und habt Ihr noch 'nen Bauaba,
dann komm' dem guten Schnitt ich nah.
Und saus' mit 40 so dahin, (Jahren, km/h oder beides? ;-)
damit in Brest ich schnelle bin.

Und komm' ich dann alsbald zurück,
dann brauch' ne Nudel ich zum Glück.
Es dürfen auch drei Teller sein,
die krieg' ich in den Magen rein.

Nur noch 300 bis Paris -
da lach' ich nur, da bin ich fies.
Ist doch nur ein Spurt für mich,
lohnt sich fast zum Verdauen nicht.

Dann sind die 80 Stunden 'rum,
viel zu schnell, ach, das war dumm.
N'en Schnitt von Neununddreißigdrei
und dann ja auch noch Spaß dabei.

Doch will ich hier nicht noch mal sein,
Paris-Dakar - na, das wär' fein...


Ok, das mit Dakar müssen wir verschieben. Danach ist erstmals ein Wellnessurlaub angesagt. Bin gespannt, ob wir das aushalten... :-)


Schneeflocke

Dienstag, August 14, 2007

"Trainings"-600er


Trondheim - Oslo oder auch von El Patrone "Trottelheim-Oslo" getauft, weil wer fährt schon gern 600km bei typisch skandinavischen Wetter mit dem Rad?
1994 die große Herausforderung für ihn, da die erste
Langstreckenfahrt überhaupt,
2007 nimmt er die Gelegenheit war, um einen guten Freund zu treffen und zur Vorbereitung auf Paris-Brest-Paris.

Damals mit Megaaufwand (Auto/Fähre/Fahrt nach Trondheim und das ganze wieder zurück) da war man schon eine Woche lang unterwegs...
Diesmal bot sich die Gelegenheit, das Rad vorauszuschicken.
Also Freitag Flug nach Trondheim, Samstag den 600er runterreißen, Sonntag wieder zurückfliegen und sogar abends noch beim Lieblingsitaliener schlemmen.
Ok, da waren die Äuglein schon klein, aber das gehörte eben mit zum Training ;-)

Der Ursprung des "Rennens" stammt von 1945, als die deutschen Soldaten nach Kriegsende nichts anderes als Fahrräder hatten, um wieder nach Deutschland zu gelangen. Ergo gibt es immer noch ein paar Verrückte, die das ganze mit Stahlhelmen absolvieren... Die Norweger sind schon ein hartes Volk mit einem völlig anderen Temperaturempfinden. Die Begeisterung war trotz schlechten Wetters beim Volk wieder groß und einzigartig. Auf der Hochebene saß ein Pärchen als Wikinger verkleidet mit schwenkender Norwegerfahne bei strömenden Regen und 9 Grad - ohne Schirm! Immerhin hatte es "warmen" Regen! 1994 hatte es auf der Hochebene (1000m) nur noch 2-3 Grad bei Graupelschauer und kräftigem Gegenwind.
Dieser 600er war nicht mit dem Brevet zu vergleichen, da er es gemütlich angehen ließ. Ab km 180 fuhr er mit einsetzendem Regen sein eigenes Tempo. Er erwischte verschiedene Gruppen, auch Norweger. Die letzten 150km fuhr er allerdings alleine, weil sein Tempo mit niemandem harmonierte. Mit Müdigkeit hatte er diesmal überhaupt nicht zu kämpfen. Der Körper scheint sich zu erinnern...

Fjord bei Oslo

Die Hochebene

Mitternachts"sonne" (wenn es nicht regnen würde ;-) Im Ziel ein alt ausschauender El Patrone

Die Fakten:
550km, 3500hm,
19:01 Stunden effektive Fahrtzeit,
19:50 Stunden unterwegs (4 Stunden schneller als 1994)

Trotzdem wird es das letzte Mal Trottelheim-Oslo gewesen sein. Es gibt genug anderes. Und Nachtfahrten sollen ja nach P-B-P eh tabu sein ;-) Aber die Begeisterung für Norwegen war neu entfacht und so wurde in den nachfolgenden Wochen fleißig der Norwegen-Reiseführer gewälzt... Wenn das Wetter nur nicht so ungewiss wäre...

Schneemann

Montag, August 13, 2007

Die 600er Quali - Offenbarungseid

Nachdem der 400er so prima gelaufen ist, hatte El Patrone große Hoffnungen, dass der 600er ähnlich abläuft. Doch diese Rechnung hatte er ohne die Speedgruppe von Osterdorf gemacht. Es war das Härteste in jeder Hinsicht, was El Patrone in seinem Sportlerleben erlebt hat.
Die Strecke war sehr schön, aber bei dem Wetter ein echtes Brevet...

Die Quali fand am 17. Mai in Osterdorf statt. Der 400er lag also erst 5 Tage zurück. Aber das sollte nicht das Problem sein. Erinnert Ihr Euch an das Wetter des diesjährigen Vatertages? Die Temperaturen lagen bei regnerischen 6-11 Grad, nachts klarte es bei 1-2 Grad auf. Start war früh 7 Uhr bei leichtem Nieselregen. Lange Klamotten, lange Handschuhe und sogar Überschuhe waren angesagt! Es bildete sich wie erwartet die 10-Mann starke aggressive sportlich hochwertige Speedgruppe. Er wollte nicht so recht glauben, dass die 600km in ähnlicher Manier gefahren werden, wie die anderen Brevets. Aber so war es dann, von Anfang an ein Kampf in jeder Hinsicht.

Außerdem hat El Patrone viele Fehler gemacht:

1. Kontaktlinsen sind bei langen Regenfahrten nur bedingt tauglich.

2. Man ziehe niemals lange MTB-Handschuhe an, die man nur nach links ausziehen kann (Zeitfaktor). Er konnte damit nicht seine wärmere Jacke anziehen, ohne Gefahr zu laufen, die Gruppe zu verpassen.

3. Man packe doch seine Wechselsachen in der kleinen Gepäcktasche in eine kleine Plastiktüte, damit diese trocken bleiben. Somit hatte El Patrone bei nassen Klamotten + nassen Wechselklamotten + schwererem Rad gleich mal ein paar Kilo mehr die Berge hochzutragen.

4. Man folge immer der Wegbeschreibung, auch wenn diese anders ist als in den Jahren zuvor. Die Brevets finden jährlich statt und in Osterdorf gab es in den letzten Jahren keine Streckenänderungen. Beim 600er Brevet wurden Geheimkontrollen angekündigt. Bei km 90 kamen sie an eine Baustelle. Die Wegbeschreibung führte außen herum. Jörg meinte, es geht immer gerade aus. Also fuhren sie durch eine große Baustelle - das Wort Straße hatte dieser Streckenabschnitt nicht mehr verdient. El Patrone hatte hier mit seinem Crossrad Vorteile, weil sich seine Bremsen nicht zusetzten. Andere mussten anschließend zum Teil ihre Laufräder ausbauen, weil sich nichts mehr bewegte. Und jetzt kommt der Hammer und das Glück der 10er Gruppe: Der direkte Weg durch die Baustelle dauerte länger als die Umgehung. Was daran gut sein soll? Sie fuhren wieder auf andere Brevet-Teilnehmer auf und die meinten, es gab eine Geheimkontrolle. Jörg wollte es nicht glauben und ließ sich die Stempelkarte zeigen. Tatsächlich! Also mussten alle zurück und einen 10%igen Berg hoch, um sich den Stempel zu holen. El Patrone war stocksauer. An so einer Stelle die Geheimkontrolle zu machen, machte überhaupt keinen Sinn. Diese Kontrolle galt eher den Kollegen mit Navigationsgeräten und nicht den Abkürzern. Wäre die Gruppe durch die Baustelle schneller gewesen als die Nachkömmlinge hätte sie nie von der Geheimkontrolle etwas erfahren und wären erst nach den absolvierten 600km in Osterdorf davon in Kenntnis gesetzt worden! Man stelle sich mal das Drama vor, bei den Bedingungen! Es hätte keine Ausnahme gegeben! El Patrone war echt sauer!

5. Man esse, auch wenn man keinen Hunger hat. Kurz vor der zweiten Kontrollstelle bei km 190 ereilte El Patrone in nie da gewesener Geschwindigkeit ein Hungerast. Der Magen zog sich zusammen und suchte nach Essbarem. Aber da war nichts, kein Gel eingepackt, keinen Riegel. Nur die Hoffnung, das jetzt kein Berg kommt. Aber selbst da gab es kein Erbarmen - El Patrone sollte lernen. Man bog in einer Ortschaft ab und ein 13% erhebte sich in gefühlten 20% vor ihm. Er wurde so langsam in der Gruppe durchgereicht und verpasste den Anschluss. Oben am Berg folgte eine Hochebene und er sah die Gruppe noch. Der Gegenwind bließ ins Gesicht, es regnete und der Magen schrie nach Essbarem. Er dachte an seine Zeitfahren und befahl sich selbst, sich zusammenzureißen und kämpfte sich trotz Hungerast wieder an die Gruppe hin. Kurz nachdem der Anschluss wieder hergestellt war, kam die 3. Kontrollstelle. Jetzt hieß es Essen fassen - doppelt so viel wie die anderen. Das ging natürlich wieder mit einem Zeitproblem einher. Die 2. Semmel musste auf dem Rad gegessen werden. Jetzt fragt sich vielleicht einer, warum hat El Patrone nicht auf die nächste Gruppe gewartet. Da wären wir auch schon bei Fehler Nr.

6. Der neue Kartenhalter war nicht wasserdicht und beim Wechseln der Seiten, ahnte er schon, dass sich die Tourenbeschreibung in mehrere Teile auflöste. Also das nächste Mal doch die Ortlieb-Lenkertasche. Natürlich war auch der Ehrgeiz der Grund, in der ersten Gruppe dabei sein zu wollen.

Und so kämpfte sich El Patrone von Kontrollpunkt zu Kontrollpunkt, immer in dem Glauben, dass das in der Geschwindigkeit niemals gutgehen kann. Jeder Hügel wurde durchgedrückt, immer fing irgend ein anderer zum Spinnen an und zog das Tempo hoch. Inzwischen hatte es sich so richtig schön eingeregnet. An einem weiteren Kontrollpunkt im Chiemgau gab es einen Wolkenbruch. Das störte die anderen aber nicht. El Patrone machte den Vorschlag, abzuwarten, aber nix zu machen. Sie wollten echt weiterfahren. Glücklicherweise hatte jemand einen Platten und es konnte noch ein weiterer Kaffee getrunken werden. Auch der Vorschlag zu übernachten und morgen bei schönem Wetter (das war ja gemeldet) die restlichen 300km zu fahren, hätte er genauso dem Mond erzählen können. Es brachte bei Michael immerhin ein gewisses Maß an Verständnis im Bezug auf die Vernunft ein, aber es durchzuführen hielt er trotz einsetzendem Platzregen für absurd. Wären die Kontrollpunkte nicht immer Tankstellen gewesen, sondern Gasthöfe, hätte sich El Patrone sicher ausgeklinkt. Das Zeitlimit ist sehr großzügig angesetzt. Man musste das Ziel am nächsten Tag um Mitternacht erreichen.
Irgendwann wurde es dunkel und die Lampen wurden eingesetzt. Manche hatten ein mickriges Rücklicht, André seine Beleuchtung war so stark, das sie blendete. Die Abfahrten waren mit dem Regen und der Dunkelheit ein Glücksspiel - einfach dem Rücklicht des Vordermannes hinterher. Die Bremsen mussten durch den hohen Verschleiß nachgestellt werden. Die Schaltung ging auch schwerfällig. Aber der Wetterbericht hatte ja für den nächsten Tag schönes Wetter gemeldet und so klarte es nachts um 2:00 Uhr auf. Mit dem Aufklaren sank die Temperatur nahe der Null-Grad-Grenze. Aber so richtig kalt wurde es trotz nasser Klamotten bei der Geschwindigkeit nicht. Nur die Finger waren schon so klamm, dass El Patrone nicht mehr schalten konnte. Die nachlassende Kraft war natürlich auch ein Grund. Es kam Nebel auf und die Geschwindigkeit wurde kurzzeitig aber nicht nennenswert heruntergefahren. Durch die Anspannung bekam El Patrone starke Nackenbeschwerden. Irgendwann gab es durch beide Arme wie elektrische Schläge und mit diesem Moment waren die Handflächen und Fingerspitzen taub. Andere berichteten aber ähnliches und so ließ er sich nicht weiter beunruhigen. Erst um 5:30 Uhr ereilte El Patrone die Müdigkeit. Normalerweise kam dies bei den Langstreckenfahrten immer schon viel früher. Es passierte auf einem weniger spektakulärem, flachen Streckenabschnitt, wo man so mit 40km/h dahin rollte. Sein Kopf fiel immer herunter und er schüttelte sich jedes Mal wie ein nasser Hund. Michael bemerkte sein "Problem", fuhr neben ihn auf und sagte "Bist müd, gell?". El Patrone würgte nur ein leises "Ja" heraus. "Unterhalten wir uns ein bisschen, dann geht's gleich besser!" meinte Michael. El Patrone hob nur sein Kopf und versuchte sich abermals wachzuschütteln. "Was arbeitest Du denn?"... Mit diesen und unzähligen weiteren Fragen verhalf Michael unserem El Patrone durch das Müdigkeitsloch. Dafür ist er ihm heute noch dankbar. Nach 20Min. war er wieder hellwach. Die 600km hatten sie jetzt schon voll, aber das Ziel war noch 50km entfernt. Das war das kleinere Übel. Gemein waren die 6 "Schweinehügel" mit bis zu 13% und 1,5 km Länge. Es wäre viel einfacher gewesen, die restliche Strecke durch das Tal entlang zu führen. Eine Geheimkontrolle käme hier für Abkürzer genau richtig. Am letzten Schweinehügel wurde noch die "Krone" herausgefahren. El Patrone konnte hier nicht mit eingreifen, aber immerhin blieb sie im Landkreis Fürth :-)

Es war das Härteste was er jemals mit dem Rad bestritten hat. Es kam alles zusammen: die flotte Geschwindigkeit, 18 Stunden Regen, die Kälte, der Hungerast zu Beginn, die kraftlosen, klammen und tauben Finger, die nur noch ein Schalten mit dem Daumen möglich machten, die Nackenschmerzen, durch die angespannte Haltung, er war einfach völlig im Eimer, v. a. aber mental. In jeder Hinsicht ist er über seine Grenzen gegangen...
Im Ziel hielt er sich nur kurz auf, fuhr die eine Stunde Anfahrt mit dem Auto nach Hause und stand nach 3 Stunden Schlaf optisch ganz fit im Keller, um das Rad eines Freundes urlaubstauglich zu machen. Was tut man nicht alles für seine Freunde ;-) Abends wurde der Mengenrekord in unserem fränkischen Stammlokal gebrochen: 1 Megaschnitzel und 2 fränkische Bratwürste mit Kartoffelsalat.

Was muss das nächste Mal besser gemacht werden?

  • Zum einen wird sofort eine optische Radbrille angeschafft. Mit Kontaktlinsen ist das eine Quälerei bei Regenwetter.
  • Das Tempo ist auf 1200km für ihn definitiv nicht mehr drin.

  • Die Übersetzung 34-25 war teilweise grenzwertig, da permanent hohe Geschwindigkeit, nasse Klamotten und etwas Gepäck = 5-6kg mehr an Körper und Rad.

  • Knieschmerzen

  • nur eine Wunde Stelle am Sitzfleisch

Jörg und Michael fahren eine Woche später den nächsten 600er in Südbayern. El Patrone ließ das Rad erst mal über eine Woche im Keller stehen, bis es in den Urlaub ging. Die Nackenschmerzen ließen nur langsam mit Hilfe von Medikamenten nach. Inzwischen schwört er auf Vitamin B. :-)

Die Fakten:
650km, 5980hm, 29,3 Schnitt

Schneemann

Sonntag, August 12, 2007

Die 400er Quali...


musste El Patrone in Südbayern (Unterwössen) am 12.5. absolvieren, da ihm ein Messetermin eine Teilnahme in Osterdorf unmöglich machte. Das war dann schon mit größerem Aufwand verbunden. Am Freitag Anreise, Samstag die Quali, Sonntag dann wieder Richtung Heimat.

Aber das Wetter meinte es schon wieder gut. Somit war ein tolles Alpenpanorama sicher. Die Organisation war wie in Osterdorf bestens, aber die Veranstaltung wesentlich kleiner. Dadurch kam auch nicht so schnell Dynamik auf. Jörg war zur Überraschung von Jürgen wieder mit von der Partie und so war Weg suchen wieder Fehlanzeige. Er erzählte, dass er alle Qualifikationen doppelt fährt - als Vorbereitung sozusagen. ;-) Tja, es gibt eben immer noch Steigerungen...

Start war früh 8 Uhr. Nach 3km waren El Patrone, Jörg und Bernhard allein. In gewohnter Manier ging es zum Pass Thurn hinauf. Der Gerlos und Aachenpass standen ebenfalls auf dem Plan. Am Aachenpass fuhren die drei eine "Abkürzung" mit 18% Steigung, die sogar Jörg zum Staunen brachte. El Patrone testete bei dieser Quali das erste Mal sein Crossrad mit Rennrad-Bereifung, da ja Licht inzwischen ein Thema war. Schließlich musste man bei 400km davon ausgehen, in die Dunkelheit zu geraten. Die Übersetzung von 34-25 kam ihm hier natürlich auch entgegen.
Sehr lobenswert bei dieser Veranstaltung, dass die Kontrollstellen nicht ausschließlich Tankstellen waren. El Patrone konnte Jörg und Bernhard von einer Einkehr am Kontrollpunkt in einem Biergarten in Wallgau mit Blick auf Zugspitze überzeugen, was sicherlich trotz traumhafter Kulisse nicht einfach war, weil Jörg immer ein Augenmerk auf die Uhr hatte. Aber heute war alles anders. Kleinere Veranstaltung, 3er-Gruppe, das schöne Wetter, die Landschaft,... Bei der ersehnten Einkehr gab es dann ein gutes Spaghetti-Mahl mit entsprechenden alkoholfreien Elekrolythen und Kuchen. Das kam El Patrone natürlich sehr entgegen. Er fühlte sich super und hatte heute alles im Griff. Keine Krämpfe und die Geschwindigkeit konnte problemlos gehalten werden.
Es ging weiter durch die Jachenau Richtung Miesbach, Rosenheim und abschließend zur Raststätte Seebruck mit nochmaliger Einkehr mit Blick auf Chiemsee und die Alpen. Danach der Showdown - eine Stunde Weiterfahrt im Dunkeln mit Licht. Das hatte dann schon was Abenteuerliches.

Fazit: Super Veranstaltung - eine Mischung aus Osterdorf und Südbayern ist lohnenswert.

Noch ein paar Ausführungen zu den Typen, die da so am Start sind.

Bernhard ist ein Freund von Jörg und er erzählte, dass er bei der 300er Quali in Osterdorf nachts um 2 Uhr aufgestanden ist, um von München aus mit dem Rad zum Start zu fahren. Trotz der 150 Mehrkilometer fuhr er in der ersten Gruppe mit. Leider verpasste er aus Sorge vor einem Sonnenbrand die Speedgruppe, konnte das Peloton aber noch sehen und versuchte eine halbe Stunde (!) lang ranzukommen - vergeblich.

Er erzählte von seinem "Marathontraining", welches er beim Spazierengehen mit seinem Hund absolviert. Immerhin springt dabei noch eine Zeit von 3:38h heraus!

Bernhard ist ein echter Gewinn - super Typ. Schade, dass er nicht in Mittelfranken wohnt. Das nächste Treffen gibt es erst in Paris.

Erwähnenswert war auch die sehr bemühte Wirtin in der Pension "Wimmer" (nähe Start).

Ein rundum gelungenes Wochenende! Scheee...

Die Fakten:
400km, 3700hm, 30,6 Schnitt

Schneemann

Donnerstag, August 09, 2007

Die 300er Quali...

...fand am 14.4. wieder in Osterdorf statt. Dank des warmen und trockenen Aprils war auch an diesem Tag ausgezeichnetes Wetter. Es war das gleiche Spiel wie beim 200er. Am Ortsausgangsschild hatte man bereits das gewohnt hohe Tempo drauf und an jedem Hügel bröckelte das Feld. Die Strecke war wie beim 200er sehr schön gewählt. Am Wendepunkt (Kloster Andechs) hatte El Patrone auf einmal mit Krämpfen zu kämpfen. Die ungewohnt hohe Geschwindigkeit auf solchen Streckenlängen sind doch nicht so einfach wegzustecken. Natürlich waren auch Ernährungsdefizite der Grund dafür, da die übliche Hektik an den Verpflegungs"ständen" = Tankstellen herrschte. Aber ihr hättet ihm nicht den Spitznamen El Patrone verpasst, wenn er hier reißen lassen würde ;-) Er hat sich wieder durchgebissen und gelernt, dass er die Nahrrungsaufnahme noch mehr optimieren muss. Jörg und Michael warten immer aufeinander. Der Rest muss sehen wo er bleibt...


El Patrone im Schweizer Trikot

Das Tridem kam auf den Abfahrten immer mit pfeifenden Reifen vorbeigeschossen...

Die Sonneneinstrahlung war schon so stark, dass viele Randonneure einen Sonnenbrand bekamen.
Die Fakten:
315km, 3300hm, 33,3 Schnitt
Schneemann

Dienstag, August 07, 2007

Die 200er-Quali...

fand am 31.03. statt.

El Patrone dachte nach Lesen eines Erlebnisberichtes, es wird im geschlossenen Verband = Audax bei gleicher, vorgegebener Durchschnittsgeschwindigkeit gefahren. In diesem Erfahrungbericht war die Durchschnittsgeschwindigkeit von 24km/h angegeben. Eine der Regeln von El Patrone heißt: Unterschätze niemals irgendetwas, aber er dachte wohl, bei dem Schnitt wird das etwas für die Fettverbrennung und nahm nichts zum Essen mit.

Wie immer, schlug El Patrone viel zu früh in Osterdorf (Austragungsort für die Brevets in Nordbayern) auf. Aber bei dem Frühstücksbuffet, dass der Organisator auftischte (wie lang ist eigentlich der längste Tapeziertisch...?) machte das überhaupt nichts. Die "Weimänner" leben ein sportbegeistertes Randonneursleben. Bei den Marathonis waren vom ambitionierten Rennradfahrer bis zum "ich will es im Zeitlimit schaffen" alles dabei. Die Fahrräder und auch manch Besitzer, hatten teils etwas Nostalgisches. Zu sehen waren aber auch ein Tridem oder ein Vollcarbon-Liegetandem. Beim Einschreiben wurde der Streckenplan verteilt. Die Strecke selbst ist nicht markiert. Pünktlich um 8 Uhr fiel der Startschuss und Karl führt als Organisator wie immer die ersten Kilometer das Feld an. Danach bildete sich ziemlich schnell eine Perlenkette. Schuld daran war die hohe Geschwindigkeit und El Patrone wollte nichts anbrennen lassen und reihte sich gleich mal vorne ein. :-) Die 200-Mann-Gruppe wurde mit jedem Hügel kleiner. Die Kontrollpunkte waren immer an Tankstellen gelegen, an der man sich einen Stempel in seine Karte geben lässt. Das läuft so ähnlich wie bei den RTF's, nur dass sich nach wenigen Minuten die Gruppe wieder in Bewegung setzt. Das war ein wenig stressig, aber El Patrone wollte den Anschluss nicht verpassen. Schließlich war da ein gewisser Jörg, der die Strecke in ein Navi eingegeben hatte und das machte das ganze dann schon bequemer, bei ihm zu bleiben. An der nächsten Kontollstelle musste man Teamarbeit leisten, um neben Stempeln, Flaschen auffüllen, Pinkeln, auch noch was zu Essen zu ergattern. Das Fahren an sich war für einen gedachten 24er Schnitt gleich 10km/h höher, jeder Gegenanstieg, jede Welle wurde durchgedrückt. Da war der Herpersdorfer Frühjahrsmarathon ein echtes Vergnügen mit der angesagten Pause und dem Verpflegungsfahrzeug. Ein weiterer Taktgeber in der Gruppe war Michael aus Aachen. Setzten sich Michael und Jörg in Bewegung, ging es weiter. Der 13%ige Schlussanstieg gab El Patrone dann den Rest. Das nächste Mal muss er sich besser vorbereiten. Die Gruppe selbst bestand aus sehr angenehmen und ausgeglichenen Leuten, es hatte Spaß gemacht.

"Taktgeber" Michael


Die Fakten:
super Wetter
200km, 2100hm
33,7 Schnitt
Schneeflocke